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Amortisation: wann sich eine PV-Anlage rechnet

Die ehrliche Antwort auf die Amortisationsfrage ist ein Bereich, keine einzelne Jahreszahl. Hier steht, welche vier Größen diesen Bereich bestimmen, was in die Rechnung gehört und wann sich eine Anlage nicht lohnt.

Stand September 20269 Minuten LesezeitKosten & Wirtschaftlichkeit

Kurz gefasst

Kurz gefasst: Die Amortisation hängt an vier Größen, von denen nur der Anschaffungspreis am Anfang feststeht. Den größten Hebel hat der Eigenverbrauch, weil eine selbst verbrauchte Kilowattstunde derzeit ein Vielfaches dessen wert ist, was eine eingespeiste bringt. Ein Süddach in Berghaupten liefert rund 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt peak im Jahr, ein Norddach etwa die Hälfte. Und wer rechnet, sollte Betriebskosten, Degradation und Kapitalzins mitrechnen, sonst kommt eine zu schöne Zahl heraus.

Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine Photovoltaik­anlage?

Wer eine Anlage plant, möchte eine Zahl hören. Nach wie vielen Jahren hat sich das bezahlt gemacht? Die Rechnung dahinter hat vier Größen, und nur eine davon steht am Tag der Unterschrift fest.

Schon der Ertrag steht nicht still. PVGIS, der Rechner der Europäischen Kommission, gibt für Berghaupten neben dem Mittelwert eine Standardabweichung von 58 Kilowattstunden je Kilowatt peak an, gut fünf Prozent des Jahresertrags. Einzelne Jahre können stärker abweichen. Das ist Wetter, daran ändert keine Technik etwas.

Die größte Unsicherheit ist der Strompreis über zwanzig Jahre. Den kennt niemand, und wir geben dazu keine Prognose ab. Sinnvoll ist deshalb, mit Spannen zu rechnen und die Annahmen offenzulegen, statt eine Zahl zu nennen, die eine Genauigkeit vortäuscht, die es nicht gibt.

Die vier Größen der Rechnung

  • Der Jahresertrag Ihres Daches. Er hängt an Ausrichtung, Neigung, Verschattung und am Wetter des jeweiligen Jahres.
  • Der Eigenverbrauchsanteil. Wie viel des erzeugten Stroms im Haus bleibt, statt ins Netz zu gehen.
  • Der Strompreis. Er bestimmt, was eine selbst verbrauchte Kilowattstunde wert ist, und er ist über zwanzig Jahre nicht vorhersehbar.
  • Der Anschaffungspreis samt laufender Kosten. Die einzige Größe, die zu Beginn feststeht.

Was bringt mehr: Solarstrom selbst verbrauchen oder einspeisen?

Wer den Solarstrom selbst verbraucht, spart den Arbeitspreis, den er sonst seinem Versorger zahlt. Im Bundesdurchschnitt liegt der Haushaltsstrompreis nach der BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Ihr eigener Tarif kann darüber oder darunter liegen, deshalb ist Ihre letzte Jahresabrechnung die bessere Grundlage als jeder Durchschnittswert.

Dem gegenüber steht die Einspeisevergütung. Für Anlagen bis 10 Kilowatt mit Eigenverbrauch, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, sind das derzeit 7,70 Cent je Kilowattstunde (Bundesnetzagentur, abgerufen am 21.09.2026). Für größere Anlagen und für die Volleinspeisung gelten andere Sätze, die stehen im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

Zwischen diesen beiden Werten liegt der Grund, warum eine Anlage heute anders geplant wird als vor zehn Jahren. Das Fraunhofer ISE beschreibt den Zusammenhang so: Eigenverbrauch lohnt umso mehr, je größer die Differenz zwischen den Bezugskosten für Strom und den Stromgestehungskosten der Anlage ausfällt und je mehr Verbrauch sich in Zeiten hoher Solarstromproduktion verschieben lässt.

Wie viel Strom tatsächlich im Haus bleibt, hängt vom Haushalt ab. Das Fraunhofer ISE gibt für Haushalte je nach Anlagengröße 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch bezogen auf den erzeugten Strom an. Eine größere Anlage deckt einen größeren Teil des Strombedarfs, senkt aber den Eigenverbrauchsanteil, weil mehr Überschuss anfällt.

Zwei Wege erhöhen den Anteil: Verbrauch in die Mittagsstunden verschieben oder Strom zwischenspeichern. Der größte einzelne Verbraucher, den ein Haushalt an die Anlage hängen kann, ist ein Elektroauto; wie sich das mit dem eigenen Strom laden lässt, steht unter Überschussladen mit der Wallbox. Zur Auslegung eines Speichers: Stromspeicher-Preise für 5, 10 und 20 kWh.

Wie viel Ertrag bringt ein Dach in der Ortenau?

Für den Standort gibt es belastbare Zahlen, man muss sie nur an der richtigen Stelle holen. PVGIS, der Rechner des Joint Research Centre der Europäischen Kommission, rechnet standortgenau. Für Berghaupten, ein Kilowatt peak nach Süden, 30 Grad geneigt und mit 14 Prozent Systemverlusten gerechnet, ergibt sich ein Jahresertrag von rund 1.102 Kilowattstunden. Datenbasis sind die Jahre 2005 bis 2023.

Der Standort ist gut, aber er ist nicht der Hebel. Die Globalstrahlung schwankt in Deutschland je nach Standort um etwa plus/minus zehn Prozent (Fraunhofer ISE, Fassung vom 20.08.2026). Zwischen einem Süddach und einem Norddach in Berghaupten liegen dagegen rund 48 Prozent. Die Ausrichtung Ihres Daches macht also deutlich mehr aus als die Frage, in welcher Region Sie bauen.

Das Ertragsmaximum ist flach. Das Fraunhofer ISE beschreibt es um Süd bei 40 Grad Neigung als flach ausgebildet, geringe Abweichungen haben kaum Einfluss auf den Ertrag. Ein Dach, das ein Stück nach Südwest zeigt, ist also kein Problem. Was am Ende ankommt, liegt allerdings unter dem theoretischen Wert: Eine heute installierte Anlage erreicht nach Angaben des Fraunhofer ISE im Jahresmittel eine Performance Ratio von 80 bis 90 Prozent, also nach allen Verlusten durch Betriebstemperatur, Einstrahlungsbedingungen, Verschmutzung, Verschattung, Schneeauflage, Leitungswiderstände und Wandlung im Wechselrichter. Der Verlustwert von 14 Prozent in der Rechnung oben liegt in dieser Größenordnung.

Die folgenden Werte sind alle mit 35 Grad Neigung gerechnet, damit sie untereinander vergleichbar sind. Der Süd-Wert liegt deshalb leicht anders als die 1.102 Kilowattstunden oben, die mit 30 Grad gerechnet sind. Eine erste Einschätzung für Ihr eigenes Dach liefert unser Solarrechner.

AusrichtungErtrag je kWp und JahrGegenüber Süd
Süd1.109 kWhBezugswert
Südost1.055 kWhrund 5 Prozent weniger
Ost888 kWhrund 20 Prozent weniger
West844 kWhrund 24 Prozent weniger
Nord574 kWhrund 48 Prozent weniger

PVGIS 5.3, Datensatz PVGIS-SARAH3, Standort Berghaupten (48,4028 Nord / 7,9711 Ost), 1 kWp, 35 Grad Neigung, 14 Prozent Systemverluste, abgerufen am 21.09.2026. Gerechnet über die PVGIS-API mit den Azimutwerten 0 für Süd, minus 45 für Südost, minus 90 für Ost, 90 für West und 180 für Nord. Die Prozentangaben der rechten Spalte sind aus diesen Werten abgeleitet.

Welche Kosten kommen neben dem Kaufpreis auf mich zu?

Worum es im Kern geht: Was eine Kilowattstunde aus der eigenen Anlage über die Laufzeit kostet, verglichen mit dem, was Sie beim Versorger dafür zahlen. Das Fraunhofer ISE beziffert die Stromgestehungskosten kleiner Dachanlagen in Deutschland mit 6 bis 14 Cent je Kilowattstunde; neue Kraftwerke im Megawattbereich liegen bei etwa 4 bis 7 Cent. Das ist eine Marktangabe für Deutschland, kein Preis von uns. Welche Posten in diesen Wert einfließen, steht im Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage mit Speicher.

Der Kaufpreis ist nicht der einzige Betrag in der Rechnung. Der Wechselrichter ist die Komponente mit der kürzeren Nutzungsdauer: Module halten Jahrzehnte, ein Wechselrichter arbeitet dauerhaft unter Last und mit Wärme. Ein Austausch innerhalb der Betriebszeit gehört deshalb eingeplant. Eine Zahl dafür nennen wir hier nicht, weil die Angaben, die dazu im Netz kursieren, von Anbieterseiten stammen; weder die Verbraucherzentrale noch das Fraunhofer ISE nennen dazu einen Wert.

Dazu kommt, was sich gar nicht beziffern lässt. Das Fraunhofer ISE schreibt es deutlich: Die Rendite einer PV-Anlage ist während der EEG-Vergütungsdauer nicht risikofrei, weder Herstellergarantien noch Anlagen-Versicherungen senken das Investorenrisiko auf null. Wer rechnet, rechnet mit Annahmen, und Annahmen können sich als falsch herausstellen.

Drei Posten lassen sich dagegen beziffern.

Posten neben dem Kaufpreis

  • Laufende Betriebskosten. Das Fraunhofer ISE beziffert die jährlichen Betriebskosten eines PV-Kraftwerks mit etwa ein bis zwei Prozent der Investitionskosten.
  • Die Leistungsabnahme der Module. Eine ISE-Studie an 44 größeren, qualitätsgeprüften Aufdachanlagen in Deutschland hat eine durchschnittliche Degradation der Nennleistung von etwa 0,15 Prozent im Jahr ergeben. Übliche Herstellergarantien decken einen maximalen Leistungsverlust von 10 bis 15 Prozent über 25 bis 30 Jahre Betrieb ab. In seiner eigenen Abschätzung rechnet das Institut vorsichtiger, nämlich mit 0,5 Prozent Ertragsrückgang pro Jahr.
  • Der Zins auf das eingesetzte Kapital. Das Fraunhofer ISE rechnet in seiner Abschätzung mit einem nominalen kalkulatorischen Zinssatz von vier Prozent als Mittelwert aus Eigen- und Fremdkapital. Wer die Anlage vollständig aus Eigenkapital bezahlt, verzichtet auf die Rendite, die dieses Geld sonst gebracht hätte.

Wann lohnt sich eine Photovoltaik­anlage nicht?

Es gibt Dächer und Konstellationen, bei denen wir abraten oder zumindest sehr genau rechnen. Wir sagen das lieber vor der Planung als danach.

Ein reines Norddach liefert in Berghaupten rund 574 Kilowattstunden je Kilowatt peak, ein Süddach gleicher Neigung rund 1.109. Das ist etwa die Hälfte. Wer nur Nordfläche hat, braucht sehr gute Gründe.

Eine kleine Anlage ohne nennenswerten Eigenverbrauch, die den Strom vollständig einspeist. Die Verbraucherzentrale hält so eine Anlage heute meist nicht mehr für wirtschaftlich (Stand: 15. September 2025). Der Grund steht weiter oben: Zwischen dem, was eine eingespeiste Kilowattstunde bringt, und dem, was eine selbst verbrauchte spart, liegt ein Vielfaches.

Ein Dach, das ohnehin in absehbarer Zeit saniert werden muss. Dann kommen Abbau und Neumontage der Anlage dazu, und beides gehört in die Rechnung. Sinnvoller ist, Sanierung und Anlage zusammen zu planen. Worauf es dabei ankommt, steht unter Photovoltaik bei Altbau, Dachsanierung und Denkmalschutz.

Umgekehrt ist ein Ost- oder Westdach kein Ausschlusskriterium. Ein Ostdach bringt in Berghaupten rund ein Fünftel weniger als ein Süddach gleicher Neigung, ein Westdach rund ein Viertel. Ein Westdach verschiebt die Erzeugung in den Nachmittag, ein Ostdach in den Vormittag. Ob Ihnen das entgegenkommt, hängt davon ab, wann bei Ihnen Strom gebraucht wird. Das Fraunhofer ISE hält fest, dass sich eine Anlage auf einem Westdach insbesondere bei hohen Strombezugspreisen in Verbindung mit Eigenverbrauch trotzdem lohnen kann.

Wie lange ist die Einspeise­vergütung sicher und was ändert sich gerade?

Bei der Vergütung haben Sie Planungssicherheit. Nach § 25 EEG sind die Einspeisevergütungen jeweils für die Dauer von 20 Jahren zu zahlen; bei gesetzlich bestimmtem anzulegendem Wert verlängert sich der Zeitraum bis zum 31. Dezember des zwanzigsten Jahres der Zahlung. Der Satz, der bei Inbetriebnahme gilt, bleibt also über diesen Zeitraum bestehen.

Gleichzeitig liegt im Bundestag ein Regierungsentwurf zur Neuordnung der Förderung erneuerbarer Energien, Bundestagsdrucksache 21/7867 vom 7. September 2026. Er sieht vor, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen abzulösen. Beschlossen ist er nicht. Was der Entwurf im Einzelnen vorsieht, mit welchen Übergangsregeln und für welche Anlagengrößen, steht im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

Ein Grund zur Eile ist das nicht, wohl aber ein Grund, den aktuellen Stand zu kennen, bevor Sie entscheiden. Wo das Verfahren gerade steht und was es für Ihre Planung bedeutet, ordnen wir im Gespräch ein. Wie wir Anlagen planen und bauen, steht unter Photovoltaikanlagen. Wenn Sie über Ihr Dach sprechen wollen, erreichen Sie uns über das Kontaktformular oder telefonisch unter 07803 9254450, montags bis freitags von 7:30 bis 12:30 Uhr.

Quellen

Regeln, Sätze und Fristen ändern sich. Deshalb steht bei jeder Quelle, wann wir sie geprüft haben.

Wie lange dauert es, bis sich eine Photovoltaikanlage bezahlt macht?

Dafür gibt es keine seriöse Einzelzahl. Vier Größen wirken zusammen: der Ertrag Ihres Daches, der Anteil des Stroms, den Sie selbst verbrauchen, der Anschaffungspreis und die Strompreisentwicklung über zwanzig Jahre. Nur der Anschaffungspreis steht am Anfang fest. Den größten Einfluss hat der Eigenverbrauch, weil eine selbst genutzte Kilowattstunde deutlich mehr wert ist als eine eingespeiste.

Warum ist der Eigenverbrauch wichtiger als die Einspeisevergütung?

Weil beide sehr unterschiedlich viel wert sind. Der Haushaltsstrompreis liegt nach der BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 im Bundesdurchschnitt bei 37,0 Cent je Kilowattstunde, das ist die Größenordnung, die Sie beim Eigenverbrauch sparen. Für eingespeisten Strom gibt es bei Anlagen bis 10 Kilowatt mit Eigenverbrauch, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, 7,70 Cent. Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ist damit ein Vielfaches wert.

Wie viel Strom liefert ein Dach in der Ortenau je Kilowatt peak?

Für Berghaupten rechnet PVGIS, der Rechner der Europäischen Kommission, bei Südausrichtung und 30 Grad Neigung mit rund 1.102 Kilowattstunden je Kilowatt peak im Jahr. Bei 35 Grad Neigung liegt ein Ostdach bei rund 888 und ein Westdach bei rund 844 Kilowattstunden, ein reines Norddach bei rund 574. PVGIS gibt dazu eine Standardabweichung von 58 Kilowattstunden an, einzelne Jahre weichen also ab.

Lohnt sich eine Anlage auch auf einem Ost- oder Westdach?

Häufig ja. In Berghaupten bringt ein Ostdach nach PVGIS rund ein Fünftel weniger als ein Süddach gleicher Neigung, ein Westdach rund ein Viertel. Das Fraunhofer ISE beziffert den Rückgang bei einem Westdach mit 45 Grad Neigung mit etwa 26 Prozent gegenüber einem Süddach gleicher Neigung, gerechnet für den Standort Freiburg, und hält fest, dass sich so eine Anlage bei hohen Strombezugspreisen in Verbindung mit Eigenverbrauch trotzdem lohnen kann. Ein Westdach verschiebt die Erzeugung in den Nachmittag, ein Ostdach in den Vormittag.

Erhöht ein Batteriespeicher die Wirtschaftlichkeit?

Er erhöht den Anteil des Stroms, den Sie selbst nutzen. Die Verbraucherzentrale gibt an, dass der Autarkiegrad eines typischen Einfamilienhauses mit PV-Anlage durch einen Speicher von rund 25 bis 30 Prozent auf bis zu 70 Prozent steigen kann. Der Autarkiegrad sagt, wie viel des verbrauchten Stroms vom eigenen Dach kommt. Als Richtwert für die Größe nennt die Verbraucherzentrale etwa 1,5 Kilowattstunden Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch und eine erwartete Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Ob sich das für Sie rechnet, hängt vom Speicherpreis und von Ihrem Verbrauchsprofil ab.

Muss ich die Einnahmen aus meiner Anlage versteuern?

Bei Anlagen auf, an oder in Gebäuden bis 30 Kilowatt peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 Kilowatt peak pro Steuerpflichtigem sind Einnahmen und Entnahmen nach § 3 Nummer 72 EStG von der Einkommensteuer befreit. Für Lieferung und Installation gilt nach § 12 Absatz 3 UStG bis 30 Kilowatt peak ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Für Ihren konkreten Fall ist Ihr Steuerberater der richtige Ansprechpartner.

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